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Verbreitungskarten für das Land Brandenburg


Stand des Projektes Herpetofauna XXL
Vermeidbare Störungen des Rastgeschehens

Aktivitäten der Besucher
Besucher können die Durchzügler empfindlich stören, wenn sie den Vögeln - meist aus Unkenntnis - zu nahe kommen. Während Kraniche bei der Nahrungssuche beispielsweise einen fahrenden Pkw auf einer Straße bis zu einem Abstand von etwa 50 m tolerieren, reagieren sie bei der Annäherung zu Fuß und ohne Deckung meist schon bei 300 m mit ungestümer Flucht. Auch ein Anhalten von Kraftfahrzeugen oder gar das Aussteigen wird bereits auf größere Distanz (ca. 300 m) mit Flucht beantwortet. Regelrechte Panik können frei laufende Hunde auslösen.
Empfindlich reagieren die Tiere auch auf das Blitzlicht eines Fotoapparates, was sich beispielsweise an Ausweichmanövern überfliegender Trupps an den Beobachtungskanzeln bemerkbar macht. Maßnahmen und Möglichkeiten zur Vermeidung Besucher-bedingter Störungen werden im Einzelnen unter "Infrastruktur für Besucher" erläutert.
Jagd
Noch bis in die jüngste Vergangenheit wurde die Rast der Zugvögel selbst im Bereich der Schlafplätze immer wieder durch jagdliche Aktivitäten gestört. Spätestens mit der Nachmeldung des SPA Rhin-Havelluch im Jahr 2004 ist die Wasservogeljagd an den Rastplätzen jedoch unzulässig. Zur Vermeidung von Störungen durch reguläre Jagd, z. B. auf Rehwild und Wildschwein, erfolgen inzwischen regelmäßige Abstimmungen zwischen Naturschützern und Jagdverantwortlichen.
Die bevorstehende Ausweisung von Naturschutzgebieten auf Teilflächen des Rhin-Havelluchs wird die in den Rastgebieten schon jetzt gut funktionierende Jagdruhe zu Zeiten des Vogelzuges noch einmal legislativ untersetzen.
Tiefflug und Ballonfahrten
Auch aus der Vogelperspektive sind die Rastplätze der Kraniche und Gänse eine Attraktion. Für touristisch orientierte Rundflug- und Ballonfahrt-Unternehmen ist der gezielte Anflug der Sammelplätze von Zugvögeln durchaus ein willkommener Höhepunkt im Programm. Insbesondere auf Heißluftballons in geringen Höhen, aber auch auf Kleinflugzeuge reagieren Kraniche und Gänse mit panischer Flucht. Derartige Störungen wirken sich vor allem im Bereich der Vorsammel- und Schlafplätze negativ aus. Nicht selten sind hier tausende Vögel betroffen, verlieren Energie und geben unter Umständen einen günstigen Rastplatz auf.
Am 18.4.2002 fand in der Naturschutzstation Rhinluch (Landesumweltamt Brandenburg) ein Workshop zum Thema "Luftsport und Naturschutz" statt. Das Ergebnis war eine von den Interessenvertretern sowohl des Naturschutzes als auch der Ballon- und Luftfahrt getragene Erklärung. Inhaltlich wurde auf die allgemeine Berücksichtigung der Vogelschutzgebiete im Luftsport orientiert. Starts und Landungen sollten hier vermieden, Überflughöhen von mindestens 500 m für Ballons bzw. 600 m für andere Luftfahrzeuge eingehalten werden. Die Absprachen mündeten in ein entsprechendes Faltblatt des Deutschen Aero Clubs e.V. und in eine vom Landesumweltamt Brandenburg herausgegebenen Karte "Luftsport und Naturschutz in Brandenburg" (LUA 2002).
Obwohl die Zahl der Störungen bereits spürbar abgenommen hat und regional Luftsport und Naturschutz gut kooperieren, kommt es immer wieder zu einzelnen Übertretungen, die in der Regel von auswärtigen Piloten zu verantworten sind. Nur eine klare gesetzliche Regelung kann diesen Konflikt weiter entschärfen.


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